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Futter umstellen, ohne den Magen zu stressen

· 3 Min. Lesezeit

Dein Hund würde das neue Futter schon am ersten Tag aus der Hand fressen. Deine Katze rührt es vielleicht erst am vierten an. So oder so will der Magen meistens dasselbe: Zeit.

Ein Verdauungssystem gewöhnt sich an das, was es jeden Tag bekommt. Stellst du das Futter über Nacht um, muss es sich auf einen Schlag anpassen, und dann kommen weicher Kot, Blähungen oder ein verschmähter Napf. Stellst du über eine Woche um, merken die meisten Tiere kaum etwas. So geht's.

Der 7-Tage-Plan

Misch das neue Futter unter das alte und erhöhe den Anteil alle zwei Tage:

Tage Altes Futter Neues Futter
1–2 ¾ ¼
3–4 ½ ½
5–6 ¼ ¾
7 nichts alles

Misch beides gut, damit dein Tier nicht nur das Vertraute herauspicken kann. Vor allem Katzen sind darin sehr geschickt.

Sieht alles normal aus, mach weiter. Wenn nicht, geh eine Stufe zurück und bleib ein paar Tage länger dort. Für genau sieben Tage gibt es keinen Preis.

Was unterwegs normal ist

  • Etwas weicherer Kot für ein, zwei Tage ist häufig, vor allem beim Wechsel von Trockenfutter zu mehr Nassfutter, das viel mehr Wasser enthält.
  • Andere Mengen im Katzenklo oder beim Spaziergang. Ein Futter mit anderen Ballaststoffen oder besser verdaulichem Protein kann die Menge verändern. Das allein ist kein Problem.
  • Etwas Zögern in den ersten Tagen, besonders bei Katzen. Geruch und Textur sind neu.

Nicht normal sind: Durchfall, der länger als einen Tag dauert, Erbrechen, Blut im Kot, ein Tier, das nicht mehr frisst oder müde und krank wirkt. Dann brich die Umstellung ab und ruf deine Tierarztpraxis an. Bei Kitten, Welpen und älteren Tieren lieber früher als später.

Katzen: Geduld statt Druck

Katzen sind Gewohnheitstiere, und das Futter gehört zur Gewohnheit. Ein paar Dinge helfen:

  • Wenn nötig, langsamer. Zehn oder vierzehn Tage sind für eine vorsichtige Katze völlig in Ordnung.
  • Nassfutter zimmerwarm servieren. Es riecht stärker und verlockender als kühlschrankkaltes Futter.
  • Eine Katze nicht hungern lassen, damit sie ein neues Futter „akzeptiert“. Katzen sollten nicht fasten. Verweigert deine Katze die Mischung, geh zurück zu einer Stufe, die sie angenommen hat.

Ist deine Katze generell wählerisch, behandelt unser Artikel über wählerische Katzen die anderen üblichen Verdächtigen: Frische, Napf, Platz und Routine.

Hunde: Begeisterung ist nicht dasselbe wie Verträglichkeit

Die meisten Hunde fressen alles Neue mit Freude, und zwar sofort. Ihr Magen sieht das ein paar Stunden später vielleicht anders. Halte dich an den Plan, auch wenn dein Hund das neue Futter vom ersten Bissen an eindeutig gutheißt.

Hunde, deren Futter oft wechselt (Urlaub, schnell ein neuer Sack, Reste vom Besuch), haben oft eine empfindlichere Verdauung. Hast du ein Futter gefunden, das passt, bleib dabei.

Zwischen Trocken- und Nassfutter wechseln

Von trocken zu nass ist eine größere Umstellung als von einem Trockenfutter zum anderen, aus zwei Gründen:

  1. Wasser. Nassfutter besteht größtenteils aus Wasser. Unsere Katzenfilets zum Beispiel haben 76 % Feuchtigkeit. Mehr Wasser im Napf bedeutet anfangs oft weicheren Kot und weniger Trinken am Wassernapf. Beides ist normal.
  2. Kalorien. Pro Gramm hat Nassfutter weit weniger Kalorien als Trockenfutter, weil so viel davon Wasser ist. Ein Gramm Nassfutter ersetzt kein Gramm Trockenfutter. Kombinierst du beides, reduzier das Trockenfutter, damit die Gesamtmenge stimmt; unser Futterrechner teilt es für dich auf.

Viele stellen nie ganz um und behalten beides: Trockenfutter als Basis, Nassfutter obendrauf oder als eine Mahlzeit am Tag. Das funktioniert bei Katzen und Hunden gut und macht spätere Umstellungen leichter, weil der Magen beides schon kennt.

Kitten, Welpen und Senioren

  • Kitten und Welpen: In der ersten Woche das Futter beibehalten, das sie vor dem Einzug bekommen haben, dann langsam umstellen. Unser Ratgeber zur Fütterung von Kitten in den ersten Monaten erklärt die Details.
  • Ältere Tiere: Nimm dir mehr Zeit und achte genau auf Appetit und Gewicht. Ältere Verdauungssysteme sind oft weniger anpassungsfähig.

Neue Rezepte testen

Ein Rezeptwechsel innerhalb derselben Reihe (zum Beispiel ein Filet gegen ein anderes) ist meist einfacher als ein Markenwechsel, weil die Basis ähnlich bleibt. Willst du herausfinden, welche Rezepte deine Katze am liebsten mag, kannst du mit einer kleinen gemischten Box wie unserem Probierset über ein, zwei Wochen mehrere testen, neben dem gewohnten Futter, ohne dich gleich auf 24 gleiche Dosen festzulegen.

Kurz gesagt

  1. Über etwa eine Woche umstellen: ein Viertel, die Hälfte, drei Viertel, dann alles.
  2. Gut mischen und eine Stufe zurückgehen, wenn der Kot weich wird.
  3. Durchfall über mehr als einen Tag, Erbrechen oder ein Tier, das nicht mehr frisst: Tierarztpraxis anrufen.
  4. Von Trocken- zu Nassfutter: anfangs weicheren Kot und weniger Trinken erwarten und die Mengen anpassen.
  5. Hast du ein passendes Futter gefunden, bleib dabei.

Für die sorgfältigen sieben Tage wird sich dein Tier nicht bedanken. Es wird sich einfach nicht auf dem Teppich übergeben, und das ist für alle Beteiligten das bessere Ergebnis.

Jede Rezeptseite nennt die vollständige Zusammensetzung und die Futtermenge.