Die wählerische Katze: Was wirklich hilft
Du stellst den Napf hin. Deine Katze kommt, schnuppert, schaut dich an, als hättest du ihr etwas von der Tankstelle serviert, und geht. Gestern war dasselbe Futter noch in Ordnung.
Wählerische Katzen sind eines der Themen, zu denen uns am häufigsten geschrieben wird. Die gute Nachricht: Meistens liegt es nicht am schwierigen Charakter. Es geht um Geruch, Temperatur, Textur und Gewohnheiten, und all das lässt sich ändern.
Zuerst das Offensichtliche ausschließen
Eine Katze, die eine Mahlzeit verweigert, ist meistens einfach eine Katze. Eine Katze, die gar nicht mehr frisst, ist etwas anderes. Frisst deine Katze länger als einen Tag nichts, nimmt sie ab, oder kommen Erbrechen, Mattigkeit oder auffällig viel Trinken dazu, ruf deine Tierarztpraxis an. Katzen vertragen es schlecht, nichts zu fressen, und ein plötzlich veränderter Appetit kann das erste Zeichen eines Zahnproblems oder einer Krankheit sein. Das löst kein Rezept.
Ist deine Katze sonst gesund und einfach mäkelig, lies weiter.
Warum Katzen mäkelig sind: Sie fressen mit der Nase
Ob etwas Futter ist, entscheidet eine Katze vor allem über den Geruch, lange bevor der Geschmack ins Spiel kommt. Das erklärt vieles, was wir „wählerisch“ nennen.
- Frisch schlägt angetrocknet. Nassfutter, das ein paar Stunden im Napf steht, verliert seinen Geruch und trocknet an der Oberfläche an. Gib kleinere Portionen, dafür öfter, und räum nach etwa 30 Minuten weg, was übrig ist.
- Zimmerwarm, nicht kühlschrankkalt. Eine geöffnete Dose aus dem Kühlschrank riecht nach fast nichts. Nimm sie 20 Minuten vor der Mahlzeit heraus oder rühr einen Löffel warmes (nicht heißes) Wasser unter.
- Ein sauberer Napf. Alte Futterreste und Spülmittel riechen für eine Katze viel stärker als für dich. Spül den Napf nach jeder Nassfutter-Mahlzeit gut aus.
Die Textur zählt mehr, als man denkt
Viele Katzen haben zur Textur eine feste Meinung, und sie ändern sie selten. Manche mögen Pastete, manche Fasern, manche nur ganze Stücke, die sie aufnehmen können. Eine Katze, die eine glatte Paste verschmäht, frisst vielleicht gern zerpflückten Fisch, und umgekehrt.
Weißt du nicht, was deine Katze bevorzugt, probier ein paar Tage lang jeweils eine Textur, statt alles auf einmal zu mischen. Unsere Filets sind ganze Stücke in ihrer eigenen Brühe; unsere Senior-Rezepte sind fein geschnitten, für Katzen, die kleinere Bissen mögen.
Gewohnheiten entstehen früh. Hast du ein Kitten, erklärt unser Ratgeber zur Fütterung in den ersten Monaten, wie du früh verschiedene Texturen einführst.
Der Napf und der Platz
- Flach und breit. Viele Katzen mögen einen flachen Teller lieber als einen tiefen Napf, damit die Schnurrhaare den Rand nicht berühren.
- Weg vom Katzenklo. Niemand isst gern neben der Toilette. Katzen sehen das genauso.
- Auch weg vom Wasser. Viele Katzen trinken mehr, wenn der Wassernapf an einem anderen Ort steht als das Futter.
- Ruhig. Ein belebter Flur, ein Hund in der Nähe oder ein lautes Gerät kann einer empfindlichen Katze schon den Appetit verderben.
Routine statt ständig Neues
Verweigert die Katze ihr Futter, ist der natürliche Reflex, etwas Neues zu öffnen. Die Katze lernt schnell: verweigern, und es kommt etwas Besseres. Ein paar Tage später wird auch das neue Futter verweigert.
Was mehr hilft:
- Feste Essenszeiten. Zwei bis drei Mahlzeiten am Tag zu festen Zeiten, statt eines Napfs, der den ganzen Tag voll ist.
- Weniger Leckerli zwischendurch. Eine Katze, die den ganzen Nachmittag nascht, hat am Abend keinen Hunger.
- Langsam umstellen. Wenn du das Futter wechselst, misch das neue über etwa eine Woche ins alte und erhöhe den Anteil alle ein bis zwei Tage. Das schont auch den Magen.
Eine wählerische Katze trinkt oft auch wenig, und Nassfutter hilft bei beidem: mehr dazu in Katzen und Wasser: Warum Nassfutter zählt.
Herausfinden, was deine Katze wirklich mag
Jede Katze hat Vorlieben, und nicht immer die, die wir erwarten. Manche Katzen, die „nur Huhn fressen“, lieben plötzlich Makrele. Manche Fischliebhaber verschmähen Lachs und vergöttern Thunfisch.
Am einfachsten findest du es heraus, wenn du verschiedene Rezepte anbietest und beobachtest, statt zu raten. Genau dafür gibt es unser Probierset: zehn verschiedene Rezepte à 70 g in einer Box, Fisch, Geflügel und Mischungen. So siehst du, welche deine Katze leer frisst und bei welchen sie sich abwendet. Von den Gewinnern kaufst du dann mehr.
Den Charakter deiner Katze ändert das nicht. Aber es sagt dir, schnell und günstig, welche Dose eine zweite verdient.
Kurz gesagt
- Frisst deine Katze gar nicht mehr, geh zuerst zur Tierarztpraxis.
- Serviere Nassfutter frisch und zimmerwarm, in einem sauberen, flachen Napf.
- Finde die Textur, die deine Katze mag, und bleib dabei.
- Halte feste Mahlzeiten ein und spar bei den Leckerli.
- Stell langsam um, und teste Rezepte, statt zu raten.
Und wenn deine Katze den Napf trotzdem ansieht, als schulde er ihr eine Entschuldigung: Auch das ist völlig normales Katzenverhalten.
Jede Rezeptseite nennt die vollständige Zusammensetzung und die Futtermenge.